ErzieherInnen im Anerkennungsjahr gestalten das diesjährige Praxisanleitertreffen

Das Forum des bkh füllte sich am 28.09.2017 bis auf den letzten Platz. Die Praktikantinnen und Praktikanten aus dem Anerkennungsjahr für ErzieherInnen sowie ihre Fachlehrerinnen hatten die BetreuerInnen aus verschiedenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zum Praxisanleitertreffen ins Forum eingeladen.

Abteilungsleiterin Mechthild Böker nahm das zum Anlass sich bei ihnen zu bedanken. Nämlich für ihre Bereitschaft, die Studierenden bei sich aufzunehmen und sie während des Praktikums anzuleiten. Für PraxisanleiterInnen in Kindertageseinrichtungen, Heimen sowie in offenen Ganztagsschulen ist die Aufnahme einer Praktikantin oder eines Praktikanten eine zusätzliche und verantwortungsvolle Aufgabe, nicht zuletzt deshalb, weil die Arbeit mit einem Rollenwechsel verbunden ist. Denn als MentorIn muss man sich im Vorfeld überlegen, wie man die fachliche und personelle Entwicklung der Praktikantinnen bzw. Praktikanten im dritten Jahr der Ausbildung professionell unterstützen will, welche Aufgaben die Auszubildenden übernehmen sollen und was sie praktisch lernen können. PraxisanleiterInnen müssen den Anleitungsprozess didaktisch und methodisch gestalten können, mit kommunikativer Kompetenz die Entwicklungsprozesse der Praktikantin/des Praktikanten fördern, deren Leistungen im Jahresverlauf beurteilen und mit den zuständigen Fachschulen kooperieren.

Mechthild Böker thematisierte zu Beginn der Veranstaltung die gegenseitigen Erwartungen von Schule, Praxisstellen und Auszubildenden, die auch im Zusammenhang mit den Neuerungen in der Erzieherausbildung gesehen werden müssten. Die Inhalte der Bildungsvereinbarungen sowie der Unterricht nach Lernfeldern spiele hier eine wesentliche Rolle. Studierende sind aktive „Lernerinnen“ und „Lerner“. Darum ist es wichtig, dass sie dieses Treffen aktiv mitgestalten.

Am heutigen Tag wollten sie die PraxisanleiterInnen vor allem darüber informieren, was sie innerhalb ihrer Ausbildung an Erkenntnissen und Lernzuwachs gewonnen haben. Um das zu dokumentieren, hatten sie Arbeitsergebnisse aus den vergangenen zwei Schuljahren in einer Ausstellung mit unterschiedlichsten Stationen zusammengefasst. Darin spiegelte sich sowohl die inhaltliche als auch die methodische Vielfalt der Ausbildung wieder. Auf Plakaten wurden im Unterricht erarbeitete Ergebnisse präsentiert. Die Besucher konnten sich z.B. im Bereich „darstellendes Spiel“ darüber informieren, welche verschiedenen Arten es gibt und welche Ziele und Chancen sie beinhalten. Fragen zum Thema „Spielekette“? Welche Themen sich für eine Spielekette eignen? Welche Bedeutung sie für die kindliche Förderung hat? Welche Kriterien sie erfüllen sollte? Welche Tipps man bei der Durchführung beherzigen sollte? Um Antworten waren die Expertinnen nicht verlegen.

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Und was ein Erklärvideo ist?

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Dazu gab es nicht nur den theoretischen Hintergrund, sondern auch gleich die praktische Umsetzung mit entsprechendem Anschauungsmaterial…

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… sowie natürlich ein selbst gedrehtes Erklärvideo, zu dem die Fachgruppe Infos lieferte und alle Fragen geduldig beantwortete. Auch die Arbeitsgruppe „Fotostory“ präsentierte ihr Ergebnis professionell.

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Was ist Landart?

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Die Ausführungen dazu sind sozusagen „selbsterklärend“. Viel Interesse fand auch das Thema „Bildungsräume“, zu deren Zielen es gehört, die in ihnen steckenden vielfältigen Möglichkeiten zu erkennen, die auf sie gerichteten Interesse und Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen und bei der Beschäftigung damit den Entwicklungsstand der Kinder zu beachten und angemessen zu berücksichtigen.

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Das interkulturelle Puppenhaus mit seinen vielen an verschiedenen Herkunftsländern orientierten eingerichteten Puppenzimmern ermöglicht es Kindern unterschiedlicher Herkunft im gemeinsamen Spiel miteinander in Kontakt zu treten und voneinander zu lernen. Ein äußerst gelungenes Wohnmodell der hoffentlich nahen Zukunft mit Aufzug für mobilitätseingeschränkte Mitbewohner, mit Dachterrassen für gemeinsame Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel, mit individuellen Räumlichkeiten zur Praktizierung religiöser Riten, z.B. in einer Synagoge. Der innenarchitektonische Kulturmix war Anlass für zahlreiche Fragen, die die PraxisanleiterInnen an die Studierenden hatten.

Dass die zur Verfügung stehende Zeit viel zu schnell verging, zeigte sich auch daran, dass so manche Praxisanleitung gar nicht alle Stationen schaffte, sondern aufgrund des Interesses an einem bestimmten Thema oder aufgrund eines angeregten Informationsaustausches länger als ursprünglich beabsichtigt an einer Station verbrachte. Das trübte aber keinesfalls die zufriedenen Rückmeldungen auf die Veranstaltung. Viel Lob und Anerkennung für den Einsatz und die Arbeiten der Studierenden war von Seiten der Praxisanleitungen zu hören. Vermutlich heißt die einjährige praktische Ausbildung nach Abschluss des schulischen Teils der ErzieherInnenausbildung ja auch genau deshalb „Anerkennungsjahr“…

Ihren Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verband Abteilungsleiterin Mechthild Böker am Ende der Veranstaltung mit dem Wunsch, dass das Interesse aneinander, das Engagement und der offene Dialog auch weiterhin fester Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen Fachschule, Studierenden und Praxisanleitungen sein mögen. In diesem Sinne: „Auf Wiedersehen bis zum nächsten Treffen“!

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