Endlich. – Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.

Gesprächskreis zu persönlichen Statements der Teilnehmer*innen im Blick auf die Thematik Gesprächskreis zu persönlichen Statements der Teilnehmer*innen im Blick auf die Thematik

Ein Projektunterricht für Schüler*innen der Jahrgangsstufen 9 bis 13.

Um Sicherheit im Umgang mit diesen existentiellen Themen in der Schule zu erlangen und das diesbezügliche Wissen zu vertiefen, fand unter diesem Titel am 26. und 27. November 2019 eine vom Gesundheitsministerium des Landes NRW subventionierte Multiplikatorenschulung für Lehrkräfte und Hospizmitarbeitende im Forum des bkh statt.

Das Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln entwickelte im Jahre 2009 einen Schulprojektunterricht für jugendliche Schüler*innen, um ihnen in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit zu bieten, sich unter ihresgleichen präventiv mit den Themen „Sterben und Tod“, „Trauer“ sowie „Suizid“ auseinander zu setzen. Die Heranwachsenden sollen darin bestärkt werden, ihren eigenen Schwierigkeiten und Bedürfnissen mit guter Selbstfürsorge zu begegnen und sich gleichzeitig auf den Umgang mit Betroffenen ohne Angst einzulassen. So lernen sie auch die Hilfsangebote der Palliativmedizin und die Hospizarbeit für Betroffene kennen. Durch die Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands wurde dieser Projektunterricht stetig evaluiert, diskutiert und weiterentwickelt. Bisher wurden bundesweit 600 Multiplikatoren und Multiplikatorinnen erfolgreich geschult.

PalFobi 04 1024Teilnehmer*innen der Multiplikatorenschulung (Lehrkräfte verschiedener Schulformen und Hospizmitarbeitende)                                                                                                                             

In unserer Schulung am bkh wurden 19 Teilnehmer*innen (Hospizmitarbeitende und Lehrkräfte verschiedener Schulformen) gemeinsam befähigt, einen solchen präventiven Projektunterricht für Schüler*innen durchzuführen oder einzelne Module daraus in Schulen anzubieten. Neben den Themen „Sterben“, „Tod“ und „Trauer“ wurden den zukünftigen Multiplikatoren und Multiplikatorinnen in diesem Seminar die Zusatzmodule „Umgang mit trauernden Schüler*innen“ und „Suizid“ vermittelt. Diese gemeinsame Schulung bot die Chance, sich zu vernetzen und später den Projektunterricht als Team (Lehrkraft/Hospizmitarbeiter) in Schulen durchzuführen. Schüler*innen könnten später Praktika im Hospiz ihrer Nachbarschaft machen oder auch Unterstützung im akuten Trauerfall erhalten.

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Den beiden Projektleiterinnen Nicole Nolden und Kirsten Fay vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln gelang es aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als Pädagogische Leiterinnen der TrauBe Köln e.V. (Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene), als erfahrene Sterbebegleiterinnen und kompetente Dozentinnen zur Thematik eine informations – und inspirationsreiche, anrührende und berührende, überaus motivierende Schulung zu gestalten, die ausnahmslos allen Teilnehmer*innen reichhaltige Anknüpfungspunkte bot, um zukünftig selbst auf der Grundlage des erworbenen Wissens Schüler*innen hilfreich unterstützen zu können. Neben der theoretischen Wissensvermittlung anhand lehrreicher Präsentationen erlebten die Teilnehmenden eine Fülle praktischer Tipps und kreativer Übungen zur Behandlung der tiefgreifenden Thematik, welche die beiden engagierten und mitreißenden Moderatorinnen aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpften und anschaulich zu vermitteln wussten. Die Inhalte der Schulung können an dieser Stelle nur stichpunktartig aufgeführt werden:

  • Reflexion der persönlichen Einstellung und Berücksichtigung eigener Grenzen
  • Anleitung zur Durchführung eines Projekttages zum Thema in der Schule mit Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von Schülern
  • Methoden zur Schaffung von Räumen, in denen Jugendliche ihre Gefühle ausdrücken und gegenseitigen Respekt wahren können
  • Vermittlung von Wissen zu den Themen Sterben, Tod und Trauer
  • Einblicke in die Palliativmedizin und Hospizarbeit
  • Sensibilisierung für die Beratung der Schüler*innen bei Trauersituationen vor, während und nach einem Todesfall
  • Erkennen von Krisensituationen und Einschätzen möglicher Gefahren, Vermittlung von weiterführenden Hilfsangeboten

Um die Vielfalt an Methoden, praktischen Übungen, kreativen Vorschlägen und theoretischen Informationen nicht nur am eigenen Leibe zu erleben, sondern später auch in der Realität umsetzen zu können, erhielten alle Seminarteilnehmer ein umfängliches Handbuch inklusive sämtlicher Arbeitsmaterialien mit Kopiervorlagen.

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Totenschädel: Inspirationen vom Totenfest in Mexiko

Abschließend lässt sich mit Überzeugung sagen: Eine außerordentlich gut gelungene, anregende und bewegende Veranstaltung mit zwei großartigen Moderatorinnen!

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