Abschlussfeier der Absolventinnen und Absolventen im Bereich Gesundheit und Soziales

Zur diesjährigen Abschlussfeier der Erzieher-, Heilerziehungspfleger-, Kinderpfleger- und SozialhelferInnen waren nicht nur die Absolventen, sondern auch Angehörige und Freunde sowie die LehrerInnen aller Abteilungen erschienen. Ein buntes Programm war angesagt: Eine gelungene Mischung von Aktion und Besinnlichkeit, Mitmachen und Zuhören, Rückblick und Ausblick.

„Viva la vida“! Einen passenderen Song zu Beginn der Abschlussfeier der Absolventinnen und Absolventen im Bereich Gesundheit und Soziales hätte die Band des Emschertal Berufskollegs aus Herne nicht wählen können! Und im Forum des bkh vibrierte es. Lebe das Leben! Mit Elan und „Schmackes“ griffen die Musiker und Musikerinnen in die Tasten bzw. Saiten ihrer Instrumente und dank der Hammerstimme von Kira Wenske kam das Auditorium übergangslos in Stimmung.

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Mittlerweile ein unersetzlicher Teil der „bkh –Familie“, fetzig und professionell: Lars Willmes und Jan Wolf an den Gitarren, Michael Link am Schlagzeug, Natalia Schneidmüller am Keyboard, die Zwillingsschwestern Susanne Stöhr/E-Piano und Sabine Batzer/Gesang sowie deren Tochter Kira Wenske mit ihrer Gänsehaut verursachenden Stimme sorgten für mitreißenden Sound.

Abteilungsleiterin Mechthild Böker begrüßte alle Anwesenden und erläuterte das Motto, unter dem die Feier stand, nämlich „Ich bin ich“. Sie beleuchtete verschiedene Aspekte zum Thema „Identität“ und fokussierte diese insbesondere auf das Berufsleben. In der Ausbildung sei es für die SchülerInnen vorwiegend darum gegangen, eine berufliche Identität zu entwickeln und diese in das persönliche Selbstbild zu integrieren. „Wie ist mein Bildungshintergrund? Was davon vermittele ich wie weiter und warum? Wie habe ich Lernen erlebt und was macht in diesem Zusammenhang die Persönlichkeit eines Menschen aus? Welche Wünsche, Bedürfnisse und Ängste habe ich? Wie möchte ich gern sein und wie sehe ich mich selbst? Welche Eigenschaften, besonderen Merkmale und Eigenarten habe ich und wie bewerte ich diese? Über welche Fähigkeiten verfüge ich?“ In einem kurzen Rückblick rief sie den Absolventinnen und Absolventen noch einmal besondere Meilensteine ihrer Entwicklung während der Zeit ihrer schulischen Ausbildung ins Gedächtnis. Sicherlich sei es auch darum gegangen, sich unterzuordnen, zu integrieren, Regeln einzuhalten und Verpflichtungen nachzukommen, damit das soziale Gefüge gestärkt würde und das gemeinsame Ziel nicht verloren ginge. Aber in diesem gemeinschaftsorientierten Rahmen finde eben auch die Art von Selbstentwicklung statt, die jede/n einfach einzigartig mache. In diesem Sinne müsse sich nun jeder seinen EIGENEN Weg bahnen und SEINE Berufung finden. Denn nur, wenn jeder Mensch SEINER Berufung folge, sei er am richtigen Ort.

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Endlich fertige KinderpflegerInnen

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Die Absolventen der Sozialassistenten-Oberstufe (SASO) erhalten ihr Zeugnis

Diesen Gedanken griff Deutschlehrerin Ulrike Körner in ihrem Text auf, in dem sie sich an einer Geschichte des Kabarettisten Eckart von Hirschhausen orientierte.

Mit Identität, so Ulrike Körner, sei auch immer das gemeint, was uns von allen anderen Menschen unterscheidet. Identität beziehe sich also auf das, was uns zu einer individuellen Persönlichkeit mache, die es – unter derzeit gut 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten – genau einmal gebe.

Die Frage nach der Identität sei auch immer eine Frage nach den eigenen Stärken, die helfen würden, die eigene Kompetenz zu untermauern. Sie verwies auf den Kabarettisten Eckart von Hirschhausen, der das anlässlich eines Zoobesuchs in Norwegen am Beispiel eines Pinguins deutlich gemacht habe.

„Wer je Pinguine unter Wasser gesehen hat, dem fällt nichts mehr ein. Im Wasser ist ein Pinguin in seinem Element! Er ist zehnmal windschnittiger als ein Porsche! Mit einem Liter Sprit käme der umgerechnet über 2500 km weit! Pinguine sind hervorragende Schwimmer, Jäger, Wassertänzer!“ Diese Begegnung, so Hirschhausen, habe ihn unter anderem gelehrt, wie wichtig das Umfeld ist, ob das, was man gut kann, überhaupt zum Tragen kommt. „Wir alle haben unsere Stärken, haben unsere Schwächen. Viele strengen sich ewig an, Macken auszubügeln. Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig. Und wer nicht so ist, wie die anderen, sei getrost: Andere gibt es schon genug!“ Von Hirschhausen weiter: „Stell dir folgende Fragen: Was willst du? Was macht dir Freude? Wofür brennst du ohne anzubrennen? Und wenn du merkst, du bist ein Pinguin, schau dich um, wo du bist. Menschen ändern sich nur selten komplett und grundsätzlich. Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe. Also bleib als Pinguin nicht in der Steppe. Mach kleine Schritte und finde dein Wasser. Und dann: Spring! Und Schwimm! Und du wirst wissen, wie es ist, in deinem Element zu sein.“

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Auch die HEPOs (HeilerziehungspflegerInnen) haben es geschafft

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Aufrüttelnd im thematischen Gesamtzusammenhang war die Rede, die Larissa Kils und Sven Johnen aus der HEP-O hielten.

Vor dem Hintergrund ihrer Ausbildung zu Heilerziehungspflegern griffen sie den Aspekt der Andersartigkeit und Individualität bei behinderten Menschen auf. Gerade diese Menschen würden häufig – bewusst oder unbewusst – wegen ihrer Andersartigkeit verachtet und respektlos behandelt, in dem selbstgerechten Glauben, die „Normalen“ dürften das ja. Aber, so Larissa Kils: „Hätte nicht jeder von uns zum Beispiel nur wenige Sekunden unter Sauerstoffmangel leiden können, so dass wir innerhalb der ersten Minuten unseres Lebens eine völlig andere Perspektive eingenommen hätten? Hilfebedürftig? In ihrem Plädoyer gegen Diskriminierung, Minderwertigkeit, Separation und Exklusion betonten die beiden immer wieder das Recht auf Respekt. „Du kannst dankbar sein für das, was du hast und wer du bist. Du hast einen Wert, du bist einzigartig.“

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ErzieherInnen aus der FSPO-1

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ErzieherInnen aus der FSPO-2

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ErzieherInnen aus der Qek

Im oben genannten Sinne wünschten alle LehrerInnen ihren Absolventen zum Schluss, dass jede/r von ihnen im Laufe des weiteren Entwicklungsspazierganges durch das Leben die ureigene Identität finden möge.

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Auf Wiiieeederseeehn!!!

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